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“So lasset sie das Haupt bedecken”

Seid meine Nachfolger, gleich wie ich Christi! Ich lobe euch, liebe Brüder, dass ihr an mich denkt in allen Stücken und haltet die Weise, wie ich sie euch gegeben habe. Ich lasse euch aber wissen, dass Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt. Ein jeglicher Mann, der betet oder weissagt und hat etwas auf dem Haupt, der schändet sein Haupt. Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebensoviel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken.

Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, sintemal er ist Gottes Bild und Ehre; das Weib aber ist des Mannes Ehre. Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen. Darum soll das Weib eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen. Doch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann in dem Herrn, denn wie das Weib vom Manne, also kommt auch der Mann durchs Weib, aber alles von Gott. Richtet bei euch selbst, ob es wohl steht, dass ein Weib unbedeckt vor Gott bete. Oder lehrt euch auch nicht die Natur, dass es einem Manne eine Unehre ist, so er das Haar lang wachsen lässt, und dem Weibe eine Ehre, so sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr zur Decke gegeben. Ist aber jemand unter euch, der Lust zu zanken hat, der wisse, dass wir solche Weise nicht haben, die Gemeinden Gottes auch nicht.*

* Die Stellung des Mannes als Haupt und die Bedeckung des Hauptes der Frau, Der erste Brief Paulus’ an die Korinther (Luther-Bibel), 1 Kor 14,34 – 40; Eph 5,22 – 24; 1 Tim 2,8 – 15, auf: http://www.bibel-online.net/buch/46.1-korinther/11.html (03.06.2010)

Aus tausend Traurigkeiten…

“AUS TAUSEND TRAURIGKEITEN
ZUR KRIPPE GEHEN WIR STILL,
DAS KIND DER EWIGKEITEN
UNS ALLE TRÖSTEN WILL.”

Friedrich von Bodelschwingh, 1945

Testa de Cazi

Sehnsucht nach Ordnung

Discomedusae – Epibulia Ritteriana

Eine Cystonekte aus dem Indischen Ozean (Belligemma auf Ceylon). An der unteren Seite der großen, mit Luft gefüllten Schwimmblase (welche oben durch eine Scheitelöffnung Luft entleeren kann) sitzt dicht gedrängt eine Gesellschaft von zahlreichen Personen, von vier verschiedenen Formen.

Unmittelbar unter der Schwimmblase (Pneumatophore) befindet sich ein Kranz von zahlreichen, schlanken, rosaroten Tasten (Palponen); jede von diesen zarten, sehr empfindlichen und beweglichen „Gefühlspersonen“ zeigt an der Oberseite der Spitze ein rotes Auge (Ocellus). Unterhalb derselben hängen in der Mitte vier lange rote Trauben herab, zusammengesetzt aus zahlreichen rundlichen Beeren, den männlichen und weiblichen Geschlechtspersonen (Gonophoren). Die sechs größeren gelben Tiere sind die Freßpersonen oder Saugröhren (Siphonen). Durch ihre durchsichtige Magenwand schimmern dunkelgelbe Leberdrüsen durch, die zur Verdauung der Nahrung dienen. Diese wird unten durch den sehr dehnbaren Mund aufgenommen, welcher trichterförmig erweitert, aber auch angesaugt und umgestülpt werden kann. Zum Fangen der Beute dienen die langen, sehr beweglichen Fangfäden (Tentakeln); je einer sitzt am Grunde jeder Saugröhre. Die Tentakeln tragen eine Reihe von feinen Seidenfäden (Tentillien).

Prof. Dr. Ernst Haeckel, Siphonophorae. Staatsquallen “Kunstformen der Natur” (1899-1904)

Jede Idee = Universum

§ 24. Die wahre Konstruktion der Kunst ist Darstellung ihrer Formen als Formen der Dinge, wie sie an sich, oder wie sie im Absoluten sind. […] Demnach wird vorausgesetzt, diese besonderen Formen, wodurch eben das Schöne in einzelnen realen und wirklichen Dingen dargestellt wird, seien besondere Formen, die im Absoluten selbst sind.

§ 25. Die besonderen Formen sind als solche ohne Wesenheit, bloße Formen, die im Absoluten nicht anders sein können, als inwiefern sie als besondere wieder das ganze Wesen des Absoluten in sich aufnehmen. […]

§ 26. Im Absoluten sind alls besonderen Dinge nur dadurch wahrhaft geschieden und wahrhaft eins, daß jedes für sich das Universum, jedes das absolute Ganze ist. […]

§ 27. Die besonderen Dinge, sofern sie in ihrer Besonderheit absolut, sofern sie also als Besondere zugleich Universa sind, heißen I d e e n. […]

Jede Idee ist = Universum in der Gestalt des Besonderen. Aber eben deswegen ist sie nicht als dieses Besondere real. Das Reale ist immer nur das Universum. Jede Idee hat zwei Einheiten, die eine, wodurch sie in sich selbst und absolut ist, die also, wodurch das Absolute in ihr Besonderes gebildet ist, und die, wodurch sie als Besonderes in das Absolute als ihr Zentrum aufgenommen wird. Diese gedoppelte Einheit jeder Idee ist eigentlich das Geheimnis, wodurch das Besondere im Absoluten, und gleichwohl wieder als Besonderes begriffen werden kann.

F. W. J. Schelling “Philosophie der Kunst” (1802-1803)