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Eruption von Eyjafjallajökull und andere Ereignisse

Am 20. März 2010, kurz vor Mitternacht (23:52 GMT) ist unter dem 160 Quadratkilometern großen Gletscher Eyjafjallajökull der gleichnamige Vulkan ausgebrochen. Rund 600 Menschen aus den nahe gelegenen Ortschaften mussten ihre Häuser verlassen und wurden von den isländischen Behörden evakuiert…

Schon fiel Asche, zunächst noch dünn. Ich blicke zurück: Hinter uns erhob sich drohend dichter Qualm, der uns, nach Art eines Wildbaches über den Boden hinfließend, folgte. […] Nacht, aber nicht wie eine mondlose, wolkenverhangene, sondern wie eine in geschlossenen Räumen bei gelöschtem Licht. Man hörte das Geheul von Frauen, das Jammern von Kindern, das Schreien von Männern; die einen riefen nach den Eltern, andere nach den Kindern, wieder andere nach den Ehegatten und suchten sie am Rufen zu erkennen; die einen beklagten ihr eigenes Unglück, die anderen das ihrer Angehörigen; es gab auch welche, die sich aus Angst vor dem Tod den Tod wünschten; viele erhoben die Hände zu den Göttern, noch mehr aber waren der Meinung, es gäbe nirgends mehr Götter, und diese Nacht sei ewig und sei die letzte für die Welt.*

* Plinius Secundus, Epistulae 6.20, Vesuvausbruch 79 n. Chr., Übersetzung von Curt Loehning: http://www.vox-latina-gottingensis.de/origueb/pliniue/plibu06/pli6ue20.htm (20.11.2009)

** http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,689506,00.html (16.04.2010)

Am 20. März 2010, kurz vor Mitternacht (23:52 GMT), ist unter dem 160 Quadratkilometern Gletscher Eyjafjallajökull der gleichnamige Vulkan ausgebrochen. Rund 600 Menschen aus den nahe gelegenen Ortschaften mussten ihre Häuser verlassen und wurden von den isländischen Behörden vorsorglich evakuiert.

Während am 22. März die Gefahr einer Gletscherschmelze mit Überschwemmungen gebannt scheint, ahnt noch niemand, dass rund einen Monat später, am 16. April, 60 Prozent aller Flüge in Europa ausfallen werden. Nicht zuletzt wegen der am gut zwei Wochen lang andauernden, durch die Aschewolke verursachten Sperrung von weiten Teilen des europäischen Luftraums wurde das spektakuläre Vulkan-Geschehen von den Medien mit einem großem Interesse verfolgt. Hunderte Fans des Basketball-Teams Alba Berlin sitzen wegen der Aschewolke aus Island auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld fest. Eine Verschiebung der Trauerfeier für den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski wird als eine „ernsthafte Option“ in Betracht gezogen. Die Vulkan-Eruption macht den Versuch von Mortara und Guderzo, die Erde mit einem historischen Flugzeug in Rekordzeit zu umrunden, beinahe zunichte…

Schon seit eh und je wurde die Menschheit von den Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen ereilt. Ob die Tod und Schrecken bringende Vesuv-Eruption aus dem Jahr 79 nach Christus, wie ihn Plinius Secundus schildert oder die nüchterne, die beinahe wissenschaftliche Betrachtung der gefahrbergenden Magma-Fontäne, wie ihn Johan Christian Claussen Dahl im Jahr 1826 auf die Leinwand bahnt: die Naturereignisse und –Katastrophen werden uns immer wieder in ihren Bann ziehen. Und der als spektakulär aber als weitgehend ungefährliche geltende Ausbruch von Eyjafjallajökull zählt auch dazu.